Historisches Digitalarchiv für Bürgel und Umgebung im Rathaus vorgestellt

Johann Waschnewski Aktuell

Am 28.11.2017 wurde im Rathaussaal der Stadt Bürgel im Beisein des Thüringer Staatssekretärs Dr. Klaus Sühl das historische Digitalarchiv öffentlich den Stadträten, Ortsteilbürgermeistern und den Vertreten der Vereine und kulturellen Einrichtungen vorgestellt, welches unter www.digitalarchiv-buergel.de aufrufbar ist.

Die Geschichte einer Region verbindet die Menschen, die hier leben, offline wie online. Die Stadt Bürgel, Bürgermeister Johann Waschnewski, und GMM AG, Herbert Schnaudt und Lars Einloft, haben gemeinschaftlich das Vorhaben eines historischen Digitalarchives mit einer Förderung des Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft im Jahr 2017 umgesetzt, um historische Zeugnisse zu bewahren und regionale Ortsgeschichte zu dokumentieren. Dabei wird die Digitalisierung auf eine innovative Weise genutzt, um historische Beiträge zu sammeln und auf dieser Internetseite verfügbar zu machen. Zeitzeugen werden immer älter, weshalb es wichtig ist, deren Erfahrungsschatz und Aufzeichnungen für die Nachwelt dauerhaft zu sichern. Die Orts- und Regionalgeschichte ist für die Identität und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen in der Töpferstadt Bürgel, die zu den 20 ältesten Städten in Thüringen [1234] zählt und mit der Klosterkirche Thalbürgel [1133] ein Kulturerbestandort hat, von großer Bedeutung. Die Stadt Bürgel ist insbesondere für die Tradition des Töpferhandwerkes überregional bekannt, die erste Töpferinnung wurde bereits 1660 gegründet und das Keramikmuseum im Jahr 1880. Zudem verfügt unsere Stadt über ein reges Vereinsleben, ob im Bereich der Feuerwehren, des Sports, Heimat- und Kulturpflege. Um die historischen Zeugnisse vor dem Hintergrund des demographischen Wandels zu bewahren, soll das Digitalarchiv helfen, neue Medien für den Wissentransfer zu nutzen. Dadurch können auch der Dialog und das Miteinander der Generationen sowie eine Vernetzung der Projektbeteiligten vor Ort angeregt werden. Wenn jüngere von älteren Menschen bspw. im Schulunterricht was über die Ortsgeschichte erfahren und umgekehrt einen besseren Umgang mit dem Computer, Tablet oder Smartphone erlernen, können die Generationen gegenseitig voneinander lernen, wodurch Achtung und Respekt vor- und füreinander gefördert wird.

Ziel des digitalen Archivs ist es, die bewegte und interessante Geschichte der Stadt Bürgel und seiner Umgebung in der Region von der Frühzeit bis in die Gegenwart für alle Interessierten aufzubereiten und digital zugänglich zu machen. Dokumente werden dauerhaft verlustfrei gespeichert und eine zeit- wie ortsunabhängige Erreichbarkeit ermöglicht. Die Zentralisierung von historischen Dokumenten vereinfacht auch das Engagement von Heimatforschern und Geschichtsinteressierten. In der Stadt Bürgel, den 14 Ortsteilen und Umlandgemeinden gibt es neben Chroniken über die Geschichte der Vereine, des Gewerbes und der Region auch eine Vielzahl privater Schätze in Form von Fotos, Dokumenten und Videos. Viele Ereignisse der Geschichte bleiben häufig in Kellern oder auf Dachböden verborgen und können bestenfalls vor Ort betrachtet werden. Zudem rauben sie manchmal nicht nur Platz, sondern auch der Zahn der Zeit nagt an ihnen und macht sie vergänglich. Die Digitalisierung bietet eine moderne Lösungsform, mit der Einwohner direkt an der Archivierung von Zeugnissen aus der Vergangenheit und Gegenwart mitwirken können. Bei diesem digitalen Archiv finden die Nutzer durch eine durchdachte Suche schnell Informationen, Inhalte nach Zeitabschnitten, thematischen Kategorien und Ortsteilen. Die Bereitstellung dieser Plattform soll die ehrenamtliche Vereinsarbeit erleichtern und noch besser vernetzen, um das Engagement vor Ort zu bündeln und mit technischer Ausstattung bei der Archivierung von Dokumenten aus der Vereinsgeschichte zu unterstützen. Das Projekt stellt auch eine Förderung der Kultur und des Tourismus dar, indem Besucher auf die Stadt Bürgel und seine musealen Einrichtungen wie das Keramikmuseum Bürgel oder die Klosterkirche und das Heimatmuseum Zinsspeicher in Thalbürgel aufmerksam gemacht werden sollen. Sie sind herzlich eingeladen, die Stadt Bürgel zu besuchen, online genauso wie offline.