Neujahrsgrüße für das Jahr 2023

Johann Waschnewski Aktuell

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ich wünsche Ihnen ein gesundes und frohes neues Jahr 2023. Vor drei Jahren, im Winter 2020, begann die Corona-Pandemie, die wir überwunden haben. Trotzdem bleiben Infektionen, ob Corona, Erkältung oder Grippe, gerade in der Winterzeit nicht aus. Deshalb wünsche ich Ihnen und Ihren Familien vor allem Gesundheit sowie allen, die an Krankheiten leiden, gute Genesung.

In den letzten Jahren gingen die Ansichten und Meinungen weit auseinander. Für viele Familien und Freundeskreise war Corona nicht nur Reizthema, sondern auch eine Zerreißprobe. Ich hätte mir mehr gesellschaftlichen Konsens und weniger Verordnungen im Umgang mit der Pandemie gewünscht. Viele einfache Hygienemaßnahmen waren sinnvoll, aber manchmal hätten Empfehlungen für mehr Akzeptanz gesorgt, als Einschränkungen, die Protest erzeugten.

Gemerkt haben wir auch, dass der persönliche Kontakt durch nichts zu ersetzen ist. Man hat bei den Veranstaltungen und Festen im letzten Jahr gespürt, dass es ein großes Bedürfnis gibt, sich wieder mit vielen Menschen zu treffen und gemeinsame Erlebnisse zu teilen. Deshalb freut es mich, dass nun auch wieder Neujahrsempfänge und der Fasching stattfinden. Für unser Orts- und Vereinsleben ist es wichtig, dass der gewohnte Rhythmus und traditionelle Jahresablauf wieder einkehren.

Vor einem Jahr, im Februar 2022, begann der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Es war unvorstellbar, dass der selbstverständlich gewordene Frieden in Europa durch einen Krieg erschüttert wird. Jeder Krieg kennt nur Verlierer, denn er bringt menschliches Leid und Zerstörung. Rund 30 Flüchtlinge aus der Ukraine leben bzw. wohnten zeitweise in Bürgel. Sie sind dankbar für die Solidarität und Hilfsbereitschaft. Wir hoffen, dass nicht Waffengewalt, sondern Friedensbemühungen zu einer diplomatischen Lösung führen.

Die Ungewissheit über die weitere Entwicklung verunsichert viele Menschen. Die Wirtschaft befürchtet eine Rezession. Die Inflation und Energiepolitik bereiten uns Sorgen. Wir können nur so viel Geld ausgeben, wie wir zur Verfügung haben. Als finanzschwache Kommune mit geringem Gewerbesteueraufkommen sind wir gezwungen, sparsam zu haushalten, um Bürger und Gewerbetreibende nicht unnötig finanziell zu belasten. Deshalb wäre es auch wünschenswert, dass die Erfüllung der Aufgaben nicht weiter durch ständig neue Gesetze, Vorschriften und Vorgaben aufwendiger und teurer wird. Wir brauchen weniger Bürokratie und keine Überregulierung, weil wir Ihnen als Verwaltungsdienstleister zur Verfügung stehen und uns um Ihre Bürgeranliegen kümmern wollen.

Um die Stadtverwaltung noch effizienter zu gestalten, haben wir nach der E-Rechnung nun auch die E-Akte mit einem Dokumentenmanagementsystem eingeführt. Wir sind bei der Digitalisierung, dem sogenannte E-Gouvernement, schneller vorangekommen als viele andere Behörden. Doch wird das Onlinezugangsgesetz in den nächsten Jahren weitere Bemühungen mit sich bringen. Einerseits steigen die Ausgaben für die elektronische Datenverarbeitung, andererseits wird es auch in Zukunft persönliche Ansprechpartner in den Verwaltungen zur Unterstützung der Bürger brauchen.

Während die Arbeitswelt komplexer wird, werden die spezialisierten Fachkräfte weniger. Der Mangel an Arbeitskräften wird in allen Branchen zunehmend spürbar. Deshalb sind wir auf Zuzug angewiesen. Wir haben in unserer Region gute Standortvoraussetzungen und wollen das Potential besser nutzen. Dafür ist eine gute Zusammenarbeit entscheidend. Wir haben mit der Stadt Jena und weiteren Nachbargemeinden eine kommunale Arbeitsgemeinschaft gegründet, um stärker miteinander zu kooperieren.

Trotz aller Herausforderungen sind wir froh, dass im letzten Jahr viele Vorhaben realisiert werden konnten. Wir konnten beispielsweise den Kindergarten weiter ausbauen, ein kommunales Mietwohnhaus in der Teichgasse energetisch verbessern oder die Brücke in Silbertal neu bauen. In Göritzberg und Taupadel wurden im Zuge der Erdverkabelung neue Straßenlampen errichtet bzw. auf LED umgestellt. Unsere Feuerwehr hat neue Einsatzfahrzeuge für den Brand- und Katastrophenschutz erhalten. Der Landkreis hat die Kreisstraße von Rodigast nach Taupadel grundhaft ausgebaut. Die Kirchgemeinde und Stiftung Klosterkirche hat das neue Gemeindezentrum in Thalbürgel eingeweiht. Der Seniorenwohnpark Köber wurde in den Satteln eröffnet. Ein neuer Seniorenbeirat wurde gewählt. Im Jugendclub ist ein neuer Vereinsvorstand aktiv. Das Keramikmuseum hat eine neue Leitung. Das gesellschaftliche Leben ist wieder in Schwung gekommen.

Wir freuen uns in diesem Jahr auf die Fertigstellung der neuen Hausarztpraxis in der Oststraße. Neben der Sportstätte in Bürgel entstehen neue Mietwohnungen. Wir wollen mit der Städtebauförderung die Stadtentwicklung weiter voranbringen. Das Badertor soll saniert werden. Für unsere Feuerwehrkameraden wird weitere Ausrüstung beschafft. Das Gemeindehaus in Ilmsdorf erhält eine vollbiologische Kleinkläranlage. Der AZV Gleistal möchte den Mischwasserkanal im Hospitalweg erneuern. Eine neue Rundbank an der gepflanzten Linde in Thalbürgel wird errichtet. Entlang des Töpferrundweges sowie für den Zinsspeicher und die Klosterkirche soll es einen touristischen Audioguide geben, usw. Auch die wiederkehrenden Aufgaben müssen jedes Jahr neu bewältigt werden. Deshalb danke ich allen, die sich mit für unsere Gemeinde und unser Gemeinwohl einsetzen, ob beruflich oder ehrenamtlich.

Wichtig ist, dass wir die Zuversicht nicht verlieren. Bisher haben sich auch in schwierigen Zeiten immer Lösungen gefunden. Frieden und Stabilität mögen hoffentlich für einen wirtschaftlichen Aufschwung sowie für ein friedvolleres Miteinander sorgen. Für Ihre persönlichen Vorhaben im Jahr 2023 wünsche ich Ihnen gutes Gelingen, viel Glück, Erfolg und vor allem Gesundheit!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Johann Waschnewski
Bürgermeister der Stadt Bürgel